2017 Stuttgart

12. N-Convention – ein Familientreffen

Stuttgart (23.-26.11.2017)

Heute erhalte ich einen ganz besonderen Fahrauftrag: Ziel unbekannt aber weit weg.

Mit meinem Fahrauftrag gehe ich zu meiner Lok. Auf Gleis 3 steht sie schon bereit. Der große Aufstellbahnhof der N-Bahn Freunde München sieht für diesen Fahrauftrag doch nicht so groß aus. Eine 186er mit 50 Falns Wagen soll ich heute durch die Gegend fahren. Wie lange und wohin weiß ich nicht. Mit seinen guten 4,2m Länge überragt das Zugende noch die letzten Weichen und steht noch weit in den vorherigen Block hinein. Ein kurzer Check ob alles passt und schon steht das Signal auf grün und die Fahrt geht los. Zuerst drehe ich eine kleine Runde über die Schleife und komme wieder in den Fiddle-Yard zurück. Alles passt. Kupplungen halten was sie versprechen. Ein roter langer Wurm bin ich also.

In der nächsten Wartezeit vor dem Signal schaue ich mir die mögliche Strecke an: Die N-Bahn Freunde München sind heute zu Gast in Stuttgart beim NCI (N-Club International). Dort findet die 12. N-Convention statt. 22 Vereine aus ganz Europa sind vertreten, auf 1.600 m2 Fläche. Das Besondere: Nicht jeder hat nur seine eigene Anlage dabei, sondern die Anlagen sind auch noch miteinander verbunden.

Nun geht es aber los. Das Signal steht auf grün. Am Abzweig in die „große“ Welt werde ich noch einmal auf dem Layout der NFM eine Runde drehen. Sicher ist sicher. Über die 48 Module der NFM drehe ich problemlos meine Runde. Die Zugkraft meiner Lok reicht locker aus um den Zug zu ziehen. Als ich wieder am Abzweig bin stehen die Weichen in die „große“ Welt und ich verlasse das heimische Layout. Flux rauscht der Zug über das Layout des CMT (Christliches Modellbau Team) vorbei am SNS (Spur N Schweiz) über das Layout aus Österreich (AMC) und noch kurz über das Layout der Franzosen und erreiche „das Tor zur N-Welt“ hier ist das Signal wieder auf rot. In der nächsten halben Stunde werde ich mich auf ca. 3m hochschrauben über eine 4m lange Brücke fahren und mich wieder auf 1m Anlagenhöhe hinunter schrauben.

Eine schnelle Berechnung von Zugkraft und Steigung plus Masse der Wagen ergibt, dass ich glücklich bin, dass mein Zug leer ist. Das Signal geht auf grün und die rote Schlange schlängelt sich gemütlich den ersten Turm hinauf. Oben angekommen überquere ich die Brücke. Ich schaffe es die Brücke voll zu belegen. Die Zuschauer raunen, ob es sich wirklich nur um eine einzelne Lok handelt oder ob noch geisterwagen Versteckt sind. Auf der anderen Seite geht es nun rasant die Wendel wieder hinab. Der Zug ist nun eher ein Schub. Mit gut Schwung schieße ich auf der anderen Seite hinaus. Kein Problem für die dortigen Fahrdienstleiter oder sollte man „leider“ sagen? Die nächsten 3 Blöcke belegt mein Zug und sorgt für ordentlich Stau. Endlich erhalte ich dann doch Einfahrt in den nächsten Bahnhof. Diesmal bin ich beim NCI selber. Dort heißt es nur Durchfahrt. Der Zug sei zu lang für den Bahnhof. Somit geht es gemütlich weiter. Der nächste Abzweig erlaubt einen eher seltenen Blick: Nach Amerika (German N Track). Amerika ist mit nur einer kleinen Bücke mit Stuttgart verbunden? Kann nicht sein denke ich mir und fahre weiter. Wieder ein Bahnhof. Dieser ist groß genug, dass ein anderer Zug vorbeirauschen kann. Ahhhh Shinkhansen aus – warte – Japan? Ja richtig, auch das kommt hier vor. Ehe ich länger überlegen kann darf ich mit meiner Lok wieder weiterfahren. Über ein paar kleine kurven vorbei am Layout der Hannoveraner, hier und da ein Abzweig, über ein kurzes Stück Afrika bin ich plötzlich bei den Spaniern. Dort drehe ich zwei extra Runden. Ich glaub ich bin plötzlich berühmt. So viele Fotos und Filme wie auf einmal von mir gemacht werden. Unglaublich. Aber irgendwie ist der Trouble wieder schlagartig vorbei und ich bin wieder auf der Strecke allein unterwegs – auf dem Rückweg nach Hause das Ende der Welt wurde erreicht.

Über den Lokfunk höre ich, dass ich dieses Jahr nicht nach England gelangen kann. Ich frage mich ob das Auswirkungen des Brexits sind oder nicht? Auf meinem Rückweg geht es kurz in die Schweiz. Hier sehe ich doch noch eine liebe kleine Lok aus England: Der Tommy flitzt an mir vorbei. Hat er nicht mehr rechtzeitig den Sprung geschafft oder wollte er im schönen Europa bleiben?

Nach ca. 3h bin ich dann wieder bei den NFM. Ca. 6km bin ich in dieser Zeit gefahren einmal quer durch Europa. Und das alles mit der gleichen Lok ohne dass gewechselt werden musste.

In München wird mein Zug in der Länge gekürzt und den Rest des Tages fahre ich noch ein paar Runden durch das Münchner Layout mit kurzen Ausflügen in die Region der Schweizer Berge.

Nach 4 Tagen heißt es dann auch wieder Abbauen und zurück nach München. Aber 4 Tage purer Spielspaß, nette Gespräche mit der großen N-Bahn Familie. Neue Anregungen für die eigenen Module und nicht zu vergessen sehr viele Gespräche mit Zuschauern die zum Teil staunten wie groß eine N-Anlage werden kann. In allem mal wieder eine gelungene Ausstellung mit Teilnahme der N-Bahn Freunde München.

 

Text: Michael Brambach
Bilder: Michael Brambach (MBra), Jürgen Lantermann (JL), Martin Spenke (MSp), Siggi Füßmann (SF), NCI

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